Der zerbrochne Krug
Videoprojektion
Schauspiel von Heinrich von Kleist
Regie: Katharina Schmid + Roman Koniecny
Bühne + Kostüm: Wolf Gutjahr
Musik: Pär Hagström
Theater und Orchester Heidelberg
Premiere am 18.10.20265

»Frauenpower ohne Ende« und »volle theatrale Breitseite […] gegen das
Unrecht«, schreibt Heribert Vogt in der Rhein-Neckar-Zeitung (20.
Oktober 2025). Das Regieduo Katharina Schmidt und Roman Konieczny
unternehme mit seinem »beklemmenden« wie »quirligen und bunten« Abend
viel, um Eve als »komplexes Zentrum des Stücks«, als »gefühlsreiche wie
lebenspralle«![]()

︎Marthe Rull zieht vor Gericht. Letzte Nacht wurde ihr Tonkrug zerbrochen, nach einem Übergriff im Zimmer ihrer Tochter Eve. Zurück blieb deren Verlobter Ruprecht, der aber felsenfest behauptet, ein anderer habe den Krug zerstört. Und Eve, die sich wüste Beschimpfungen anhören muss und plötzlich im Verdacht steht, ihren Verlobten kurz vor seiner Einberufung zum Militär betrogen zu haben. Den Fall aufklären soll Dorfrichter Adam, unter strenger Beobachtung durch den überraschend angereisten Gerichtsrat Walter. Dabei ist Adam selbst der Täter, der Eve unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bis in ihr Zimmer verfolgte, um sie zu sexuellen Gefälligkeiten zu zwingen … ︎





»Wirkung und Botschaft verfehlt diese sehr sehens- und hörenswerte
Inszenierung nicht«, so Martin Vögeles Fazit im Mannheimer Morgen (21.
Oktober 2025). Die Heidelberger Fassung rücke »den Fokus deutlich in
Richtung Eves«, von Nele Christoph mit »durchdringend klarer,
kraftvoller Sensibilität« gezeichnet; Steffen Gangloff als ihr Antipode
reüssiere mit »vierschrötiger Ruchlosigkeit und jovialem,
männerbündischem Charisma«, das Ensemble zeige im »kompetenten Spiel
Lautheit mit differenzierten Zwischentönen«. »Kein geringes Ereignis«
sei auch die »hochkarätig besetzte« Band als »integraler Bestandteil«
des Abends.
